Jahresempfang 2010

Ortsvorsteher Karl Maier hatte zum traditionellen Jahresempfang wiederum Vertreter der Kommunalpolitik, Kirchen, Banken, Geschäftswelt und Vereine geladen. Als Referentin konnte erstmals eine Frau gewonnen werden. Frau Karin Roth, Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Esslingen, referierte über das Thema „Globalisierung und Gerechtigkeit“.

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Nach der musikalischen Einstimmung von Pia Geiger und Walter Belge konnte Ortsvorsteher Karl Maier zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens begrüßen. In seinem Eingangswort streifte Ortsvorsteher Maier die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise und sah hierin einen weltweiten Einfluss gerade von den Banken, die Hauptbeschleuniger der Krise und der Globalisierung wären. Auch wenn die Wirtschaft nun zaghaft angesprungen wäre, so sei doch gesamtwirtschaftlich gesehen das Jahr 2010 noch einmal ein schwieriges Jahr. Auch die Städte und Gemeinden leiden unter der Last der Finanz- und Wirtschaftskrise. Ja, habe die Stadt Aalen mit über 12 Millionen weniger Gewerbesteuer ein großes Loch in der Finanzkasse. Er forderte von Bund und Land einen Rettungsplan für die Kommunalfinanzen. Für den Stadtbezirk Unterkochen forderte das Ortsoberhaupt die Bereitstellung und Erschließung von Bauland. Dies müsse oberste Priorität, begründet durch die sinkende Einwohnerzahl, haben. Die seit einem starken Jahr geschaffene Verbundsschule müsse und kann Vorzeigeschule, ja als Modellcharakter, für die Schulstadt Aalen sein. Hier wurde auch der Wunsch angesprochen für eine Werkrealschule, dass diese aus der Warteschleife heraus komme.

Die demographische Entwicklung, so der Ortsvorsteher, werde uns kommunal als auch gesellschaftspolitisch vor gewaltige Herausforderungen stellen. Dies gelte nicht zuletzt auch für eine gute Altenpolitik. Das Ziel für die Jugend und Schüler müsse bedeuten, dass ein gezielter Übergang in das Berufsleben vorbereitet werde. Wir können – ja, wir dürfen uns in Zukunft – allein schon aus demographischen Gründen – nicht mehr leisten, nur auch einen einzigen Jugendlichen für den Arbeitsmarkt zu verlieren. In seinen weiteren Ausführungen ging der Ortsvorsteher auf das Oberzentrum ein. Das Land Baden-Württemberg werde den Landesentwicklungsplan im Jahr 2012 fortschreiben. Daher müsse Aalen mit all seinen Kräften das Heft in die Hand nehmen und selbstbewusst ihre Leitfunktionen in der Region übernehmen. Für die Mitbürger in Unterkochen hätte der Ortsvorsteher gerne einen City- bzw. einen Dorf-Bus.

Karin Roth, Gastrednerin des 15. Unterkochener Jahresempfanges, war vormals Senatorin für Arbeit und Soziales in Hamburg und zuletzt Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Referentin ging anhand von Beispielen über die riesigen Schuldenleistungen der armen Länder und der vergleichsweise niedrigen Entwicklungshilfe der westlichen Industriestaaten ein. Das Thema „Globalisierung“ bedeute, so die Referentin, auch Gerechtigkeit auf unserer Welt. Sie sprach die Billigprodukte aus den Schwellenländern an. Durch die stetige Steigerung der Weltbevölkerung werde die Globalisierung weiter voranschreiten. So kaufen sich die Chinesen überall auf der Welt in verschiedenen Bereichen ein und unterstützen die armen Länder mit dem Bau, wie beispielsweise von Krankenhäusern. Leider sei die Schuldenlast in den armen Ländern höher als die erbrachten Sozialleistungen für die Bevölkerung. An vorderster Stelle stehe für die Politikerin die soziale Gerechtigkeit. Egal, in welchem Land, gelte stets, die Ausbildung zu fördern. Denn eine gute Ausbildung stelle auch eine hohe Wertschöpfung dar. Ziel müsse es deshalb sein, junge Menschen die Qualifikation für den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Förderung der Jugend werde eine der zentralen Fragen in den nächsten Jahren sein. Leider müsse sie bedauernd feststellen, dass aus dem Steuerstaat ein Gebührenstaat geworden sei. Den Unterkochenern dankte die Bundestagsabgeordnete für die Initiative „Schulranzen für Afrika“. Den anwesenden Zuhörern und der Bevölkerung von Unterkochen wünschte sie eine gute Entwicklung.

Den musikalischen Ausklang übernahm das Duo Pia Geiger und Walter Belge.

Beim anschließenden Erfahrungsaustausch wurden gute Gespräche geführt. Für den kulinarischen Genuss haben auch Schülerinnen und Schüler der Kocherburgschule bei der Zubereitung mitgewirkt. Hier galt der Dank des Ortsvorstehers an die Verantwortlichen, allen voran an die Lehrerin Frau Ute Grimm.

(Text/Fotos: Hubert Mahringer)
© Stadt Aalen, 10.02.2010

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