Bericht über die Sitzung des Ortschaftsrates Aalen-Unterkochen vom 4. November 2013

Anwesend Ortsvorsteher Karl Maier und 10 Ortschaftsräte/-innen,
anwesend von der Stadtverwaltung Bezirksamtsleiter Hubert Mahringer, der Leiter des Tiefbauamtes Stefan Pommerenke, Wirtschaftsbeauftragter Wolfgang Weiß und Stadtplanerin Rosemarie Woreschk.

Beginn: 17.30 Uhr, Ende 21.00 Uhr (einschließlich des nicht öffentlichen Teils)

1. Vorstellung Otto-Rieger-Platz (Festhalle / Sporthalle Unterkochen)

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte Ortsvorsteher Karl Maier von der Firma RUD Herrn Dr. Jörg Rieger, Herrn Jörg Ehrlinger und Herrn Werner Kuhn. Ortsvorsteher Maier erinnerte an den Grundsatzbeschluss des Ortschaftsrates Unterkochen vom 16. April 2012. Damals stimmte der Ortschaftsrat Unterkochen der Idee von Herrn Dr. Rieger zu, dem ehemaligen Chef der Kettenbrüder Rieger einen öffentlichen Platz zu widmen. Dabei wurde an den Platz vor der Sport- und Festhalle gedacht. Dies war Anlass für die Geschäftsleitung, den Hausarchitekten der Firma RUD zu beauftragen, den Platz zu überplanen und mit Geräten der Firma RUD und der Firma Erlau, in Abstimmung mit der Stadt Aalen, zu bestücken. Vom Hause RUD wurde der Wunsch geäußert, dem Seniorenchef, auch der Chef I genannt, einen Platz mit dem Namen Otto-Rieger-Platz zu schaffen. Die Gebrüder Rieger haben die Firma RUD mit aufgebaut. Die Firma RUD feiert im Jahr 2015 das 140-jährige Jubiläum. Dies war sicherlich auch ein Gedanke, dem ehemaligen Seniorchef einen Platz in Unterkochen zu widmen. Die Firma RUD war stets sozial eingestellt, insbesondere auch bei der Integration von Heimatvertriebenen, die in der Firma als Beschäftigte aufgenommen wurden. Auch die Evangelische Kirchengemeinde konnte im Hause RUD ihre Gottesdienste auf der Friedensinsel abhalten. Die Firma RUD war zu ihrer Gemeinde und der Bevölkerung sehr sozial eingestellt. Immer wieder kamen zahlreiche Ideen und Stiftungen sowie Spenden der Gemeinde Unterkochen zugute. So war es auch ein sehr ansehnlicher Betrag bei der Neugestaltung des Kriegerdenkmals und bei der Partnerschaft mit der Schule in Unterkochen. Bei dem Vorplatz vor der Sport- und Festhalle stehe nun die reine Platzgestaltung an.

Dr. Jörg Rieger bedankte sich für die freundliche Begrüßung und zeigte sich erfreut, dass er als geschäftsführendes Mitglied der Firma RUD Gast im Ortschaftsrat Unterkochen sein darf. Auch die Familienmitglieder Rieger waren und sind in der Gemeindepolitik mit vertreten, so Frau Moina Rieger und bis heute Herr Otto-Eberhard-Rieger. Dies spricht auch für die enge Bindung der Firma RUD – Rieger und dem Stadtbezirk Unterkochen. Die Familien Rieger sind seit knapp 140 Jahren Bürger von Unterkochen und in Unterkochen sehr stark verwurzelt. Auch als weltweit tätiges Unternehmen habe die Firma RUD gerne ihren Standort in Unterkochen. Der Betrieb arbeitet von Unterkochen aus sehr erfolgreich und werde dies auch in Zukunft sehr gerne tun. Besonders heraus gestellt werde die stets positive Werbung, dass Unterkochen als der schönste Stadtteil von Aalen genannt werde. Auch der Betrieb auf der Friedensinsel reihe sich in diese Bezeichnung mit ein.

Jörg Ehrlinger berichtet über das Wirken von Otto Rieger. Er bezeichnete den Betrieb Firma RUD; dass Tradition und Gegenwart des Industriestandortes Unterkochen seit 1875 wesentlich mitbestimmt wird durch die Unternehmerfamilien Rieger, mittlerweile in der sechsten Generation. Die Inhabergenerationen der Familien Rieger haben sich nicht nur dem Werk, sondern auch dem heimatlichen Standort Unterkochen verpflichtet und verbunden gefühlt. Als zentraler Standort und Herz des unterdessen weltweit tätigen Familienkonzerns mit über 1.500 Mitarbeitern an Standorten auf allen Kontinenten und einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen war die Treue zum heimatlichen Standort in Unterkochen geblieben.

Otto Rieger, damals in der zweiten Generation, hat anno 1892 als 25-Jähriger die Verantwortung im Betrieb übernommen. Er machte den Standort Unterkochen zur weltweit ersten Fertigungsstätte einer Fabrik mit weltweit erstmaliger Einführung der elektrischen Kettenschweißung. Otto Rieger war es, der fortan das Werk in die Zeit des industriellen Aufschwungs führte. Von der Kettenschmiede zur Kettenfabrik, zur modernsten weltweit, mit dem Standort in Unterkochen.

Wie Jörg Ehrlinger weiter zitierte, herrschte im Hause Rieger stets das Gefühl, auch ehrenamtlich die Gemeinschaft im kommunalen, künstlerischen und sozialen Bereich zu unterstützen. Dies waren nicht nur Worte, sondern auch Taten. Die im Jahr 1975 gegründeten Stiftungen Otto-Rieger-Stiftung und Trude Eipperle-Rieger-Stiftung wurde auch ein Vermächtnis verpflichtend auch für alle Nachkommen begründet, das vor allem auch dem Heimatort Unterkochen zugute kommen sollte und künftig auch soll.

Wenn nun mit der Namensgebung eines Otto-Rieger-Platzes diese enge Verkettung zwischen Unternehmerfamilie und Bürgerschaft, zwischen arbeitsschaffendem Industriestandort und weltweit anerkannten Renommee sichtbar werden soll, danken dafür auch unzählige mitbürgerliche Generationen.

Die Einbeziehung der historischen Christi-Ruh-Kapelle, die Möblierung des umgebenden Grün-Areals und das attraktive Angebot eines Bürgerplatzes durch hochinnovative Bewegungsgeräte aus heimischer Fertigung der RUD-Tochter Erlau, sollen hierfür ein Äquivalent dafür sein, dass die Heimatgemeinde Unterkochen mit dieser Platz-Benennung ein Stück Industrie- und Heimgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes namhaft macht und für die Zukunft bewahrt.

Werner Kuhn erläutert anhand eines Planes die künftige Gestaltung des Otto-Rieger-Platzes. Die bestehende Rasenfläche soll aufgewertet werden durch weitere Bäume. An der Kapelle Christi Ruh sollen Instandsetzungsarbeiten durch die Firma RUD ausgeführt werden. Auf dem Platz sollen dann fünf Ruhebänke aufgestellt werden. Im Zugangsbereich der Halle sind fünf moderne Stelenleuchten vorgesehen. Auch vor der Festhalle sind noch weitere Ruhebänke von der Firma Erlau geplant. Auch im Bereich der Omnibushaltestelle für die Schüler sind noch weitere Bänke vorgesehen. Des Weiteren sollen in diesem Bereich Fitnessgeräte aufgestellt werden. Es werden Geräte sein, die auch in Fitnessparcouren bzw. bei Seniorenzentren aufgestellt werden, damit sich der Einzelne auch fit halten könne. Die Kapelle Christi Ruh soll durch Instandsetzungsmaßnahmen aufgewertet werden.

Die Fraktionen im Ortschaftsrat stimmten der Planung mit der Maßgabe zu, dass mit dem Baudezernat der Stadt Aalen die Planung im gesamten Bereich abzustimmen ist.


2. Zwischenbericht Stand Breitbandversorgung Glashütte

Der städtische Wirtschaftsbeauftragte Wolfgang Weiß erläuterte den Ortschaftsräten und den zahlreichen Zuhörern den Sachstandsbericht über das weitere Vorgehen zur Breitbandversorgung in der Glashütte. Die strategischen Ziele der Stadt Aalen sind eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 25 mBit zu erreichen. Es müsse ein kontinuierlicher Ausbau der Leistung angestrebt werden. Die Zielsetzung liegt bei 100 mBit. Die Voraussetzung hierfür ist, dass eine Technik und ein Anbieter diese Leistung auch erbringen kann. Die Stadt Aalen entscheide bei einem Ausbau nach Priorität. Die Entscheidung insgesamt habe aber der Gemeinderat. Derzeit werde insgesamt auch in anderen Straßenbereichen Leerrohre verlegt. Oberste Priorität gelte, dass das Glasfasernetz ausgebaut wird. In allen privaten und gewerblichen Neubauprojekten müsse dies angestrebt werden. Allerdings ist die Bereitschaft der privaten Eigentümer vorausgesetzt. Die Stadt Aalen achte bei dieser Grundversorgung darauf, dass insbesondere auch für die Zukunft investiert werde. Derzeit sind folgende Anbieter auf dem Markt: Vodafone, Telekom Deutschland und O2 (Telefonica). Hier wird eine Leistung gebracht bis 100mBit, in Aalen etwas weniger. Weitere Anbieter sind auch im Satellitenbereich zu finden. Hier biete sich der Astra-Satellit an. Die zu erbringende Leistung liege allerdings nur bei 25 mBit.

Wie vom Wirtschaftsbeauftragten der Stadt Aalen zu entnehmen war, ist Unterkochen ein Teil der Modellkommune für den bundesweiten VdSL-Ausbau der Deutschen Telekom. Zielsetzung liege darin, dass Glasfaseranschluss bei allen Neubaugebieten geplant werde. Allerdings ist dies auch abhängig von privaten Eigentümern. Als weiterer Standard wird vorgegeben, dass bei allen Maßnahmen Leerrohre verlegt werden. Für den Ortsteil Glashütte wird zusammen mit der Firma GEO-Data ein Förderantrag für ELR-Mittel gestellt. Zusätzlich werde geprüft von diversen technischen Lösung, ob Satellit oder Glasfaser/Kupfer. Zielsetzung der Stadt Aalen ist jedoch, dass das Glasfasernetz ausgebaut werden soll. Flächendeckend müssen mindestens 25mBit erreicht werden. Die Stadt Aalen ist bemüht, den Bedürfnissen der Bewohner des Ortsteils Glashütte, und natürlich auch der Bewohnerschaft in Unterkochen, eine optimale Versorgung zu ermöglichen.

In der Aussprache wurde festgelegt, dass für Unterkochen und den Ortsteil Glashütte das Glasfasernetz vorangetrieben werden muss. Die Satellitenlösung biete nicht den gewünschten Erfolg, den sich alle Beteiligten erhoffen. Das Vorgehen der Stadtverwaltung über diese Maßnahme wurde im Grundsatz begrüßt und angeregt, dass der Ausbau zum Wohle der Bürgerschaft vorangetrieben werde.

3. Feststellung der Belegungspläne für den Übungsbetrieb in den städtischen Hallen und auf den städtischen Sportanlagen im Stadtgebiet Unterkochen

Hierzu wurde wiederum in Zusammenarbeit mit der Schule und den Vereinen ein Belegungsplan für die städtischen Sportanlagen ausgearbeitet. Bis auf einige Detailfragen bei der Sporthallenbelegung und der Übungsbetrieb auf dem Kunstrasen konnten die Belegungspläne festgelegt werden. Hier sind noch Gespräche mit den örtlichen Vereinen in den nächsten Tagen erforderlich. Das Bezirksamt wurde hierzu beauftragt, mit den Vereinen die optimale Nutzung der Sportanlagen festzulegen.

4. Bekanntgaben - Durchgangsverkehr Danziger Straße

Ortsvorsteher Maier gab bekannt, dass sich die Bürger in der Danziger Straße über den starken Durchgangsverkehr beschwert haben. Zwischenzeitlich wurde eine Bürgerinitiative gegründet. In einem Gespräch mit Bürgermeister Fehrenbacher wurde vereinbart, dass in dieser Straße Verkehrskontrollen durchgeführt werden.

Im Himmlinger Weg wurde ebenfalls beklagt, dass oftmals zu schnell gefahren werde. Hier soll dadurch Abhilfe geschafft werden, dass auf der Straße „Tempo 30“ markiert werde.

Des Weiteren berichtete Ortsvorsteher Maier, dass sich an der Ebnater Steige ein Unfallschwerpunkt gebildet habe. Die Verkehrsschau hat sich diesem Thema nun zwischenzeitlich angenommen. Hier hat die Verkehrsschau vorgeschlagen, dass im Kurvenbereich auf der Fahrbahn ein sogenannter „Rückstreifen“ installiert werden. Des Weiteren prüfe die Polizei mit dem Straßenbauträger, in diesem Bereich eine Warnlampe anzubringen.

(Text: Hubert Mahringer)
© Stadt Aalen, 11.11.2013

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