Bericht über die Sitzung des Ortschaftsrates Aalen-Unterkochen vom 30. November 2009

Beginn: 17.30 Uhr, Ende 20.20 Uhr

Anwesend: Ortsvorsteher Maier und 13 Ortschaftsräte/-innen, (1 OR abwesend),
anwesend von der Verwaltung: Oberbürgermeister Gerlach, Erste Bürgermeisterin Heim-Wenzler, Stadtkämmerer Staiger, Stadtbaudirektor Hägele, der Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes Kaufmann, Persönlicher Referent Rieger, Bezirksamtsleiter Mahringer

$(text:b:1. Unterkochen heute und morgen – Ausblick und Perspektiven)$

Oberbürgermeister Gerlach informierte den Ortschaftsrat in der Sitzung über die Perspektiven von Unterkochen. Zunächst erwähnte Herr Oberbürgermeister, dass erstmalig in den Jahren 2006 bis 2008 keine Nettoneuverschuldung eintrat. Somit wurde eine Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung erreicht. Der Familien- und Sozialpass wurde aufgewertet. Es gab im Jahr 2008 eine Neukonzipierung mit Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln. Der berechtigte Personenkreis wurde ausgeweitet.

Zur Einwohnerentwicklung von Unterkochen, Stand November 2009:

Unterkochen musste in den zurückliegenden Jahren einen enormen Einwohnerschwund verkraften. Die Zahl der Einwohner betrug im November 2009 4.971 Einwohner. Die vorläufige Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2025 prognostiziert, dass nicht nur in Unterkochen, sondern im gesamten Stadtgebiet eine rückläufige Einwohnerzahl zu verzeichnen sein werde. Die Zahl der Einwohner mit Migrationhintergrund verlaufe in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich. So gehen die Zahlen im Stadtteil Waldhausen von 6 % bis zur Kernstadt –Stadtmitte- mit 37,2 %. Im Stadtbezirk Unterkochen beträgt die Zahl 25,5 %. Wichtig für die Stadtentwicklung ist auch der Zuzugs- und Wegzugsort. So sind 60 % aller Zuzüge im gesamten Stadtgebiet aus Baden-Württemberg und 58 % aller Wegzüge ebenfalls in Baden-Württemberg. Die Geburtenziffer in Aalen-Ostalbkreis und Baden-Württemberg verlaufen in den Jahren 2000 bis 2008 unterschiedlich. So betrugen die Zahlen von Geburten von Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren 1,67 und im Jahr 2008 1,28. Die Bevölkerungsprognose von 2008 bis 2025 wird im gesamten Stadtgebiet bei den 0 bis 18-Jährigen zwischen 20 und 30 % sinken. Die Zahl der über 85-Jährigen wird um rund 70 % steigen. Die Stadt Aalen wird aber auf Grund der Geburtenentwicklung im Vergleich zu den Nachbarstädten durch Zuzüge den Bevölkerungsschwund besser verkraften. Wichtig für die Zukunft stelle bei der Stadt die Aktivierung von Baulandpotential dar. So werden nach und nach die Baulücken für alle Stadtbezirke aufgearbeitet und auch online ins Internet gestellt. Die Investitionen in Unterkochen waren im Jahr 2009 die Fertigstellung der Festhalle mit 3,1 Mio. Im Jahr 2010 plant die Stadt Aalen den Kochertalradweg vom Wasserwerk in Unterkochen bis zur Knöcklingstraße mit einem Kostenaufwand von rund 100.000 EUR. Weiter plant die Stadtverwaltung die Sanierung des Tennenplatzes beim Häselbachstadion. Hier soll ein Kunstrasenspielfeld ab dem Jahr 2013 mit 370.000 EUR erfolgen. Wichtige Maßnahmen im Stadtbezirk waren in der Kocherburgschule noch die energetische Sanierung im Rahmen des Konjunkturprogramms 2009. Hier wurden Fenster und Wärmedämmung der Flachdächer mit einem Aufwand von 471.000 EUR saniert. Weitere bauliche Verbesserungen werden an der Kocherburgschule im Jahr 2011 erfolgen. Hier sollen die Fenster erneuert werden mit einem Kostenaufwand von rund 255.000 EUR. Der Gemeinderat hat mit dem Einrichten einer Werkrealschule im Schulverbund der Kocherburgschule ein weiteres Zeichen für den Bildungsstandort gesetzt.

Die Ortschaftsräte sahen in dem Bericht ein wichtiges Informationsmaterial für die zukünftige Arbeit.

$(text:b:2. Mehrfachbeauftragung Albaufstieg Unterkochen-Ebnat; Lösungsansatz für die Ortslage in Unterkochen)$

Erste Bürgermeisterin Heim-Wenzler und Stadtbaudirektor Hägele erläutern den Gestaltungsvorschlag des Planungsteams Dr. Brenner / Prof. Ing. Baldauf / Logo Verde. Der Workshop Ebnater Steige wurde in Form einer Mehrfachbeauftragung durchgeführt. Die Arbeiten der drei Planungsteams wurden am 17. November im Rathaus in Aalen präsentiert. Die Bewertungskommission hat sich nach der Präsentation auch die Pläne von Arbeit Dr. Brenner, Prof. Ing. Baldauf und Logo Verde mit dem ersten Rang entschieden. Der zweite Rang für die Mehrfachbeauftragung erhielt die Arbeit von Herrn Pressel und Molnar, Werkgemeinschaft Archiplan, Gässle und Hehr. Den dritten Rang erhielt die Arbeit der B.S. Ingenieurgesellschaft, Auer und Weber, Koeber Landschaftsarchitekten. Im Einzelnen wurde auf die Planung von Dr. Brenner / Prof. Ing. Baldauf und Logo Verde näher eingegangen. Mit der Führung der neuen Straße am tiefsten Punkt des Geländes unmittelbar nördlich der alten Ebnater Steige wird der heute natürliche Landschaftsraum und seine Typologie im Zusammenhang weitgehend erhalten. Die topographischen Verhältnisse sind gut berücksichtigt, was zu den vergleichsweise geringsten Erdbewegungen aller Arbeiten und damit zu einer besonders wirtschaftlichen Lösung führt. Im Gegensatz zu den Tunnel-/ bzw. Grün-Brückenlösungen der anderen Verfasser nimmt die offene Straßenkonzeption auch den Schwerlastverkehr auf und erlaubt damit einen umfassenden Rückbau der alten Ebnater Steige zu einer verkehrsberuhigten und quartierbezogenen Wohnsammelstraße. Eine geschickte Höhengliederung und Ausgestaltung der Zwischenzone ergibt für das Wohngebiet Knaupes einen optimalen Lärmschutz und für beide Straßen funktionstypische Querschnitte mit hoher Qualität. Die Stadtzufahrt auf der neuen Landesstraße ist nicht durch die tiefen Troglagen und Tunnels in ihrer Qualität eingeschränkt. Das Verkehrssystem zeigt eine klare hierarchische Abstufung der Netzelemente mit einer zentralen Verknüpfung über einen Kreisverkehr, der auch für Großraum- und Schwertransporte funktionsfähig ist. Aus städtebaulicher Sicht bietet der Kreisel einen anspruchsvoll gestalteten Platzraum mit hoher Identität. Zugleich wird das Wohngebiet über die alte Ebnater Straße angebunden und dadurch die Königsberger Straße vom Kfz-Verkehr befreit. Hierdurch ergibt sich für die Fußgänger und Radfahrer eine Optimalvernetzung zwischen Wohnschwerpunkt und Ortskernlage. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln gelingt es den Verfassern, eine aus verkehrlicher, landschaftlicher und städtebaulicher Sicht ausgewogene, überzeugende und die zugleich wirtschaftlichste Lösung für die gestellte Aufgabe zu unterbreiten. Die Verwaltung informierte weiter, dass für den Planungskorridor ein Bebauungsplan aufgestellt werden müsse.

Ortsvorsteher Maier sieht in dieser Planung eine machbare Verwirklichung. Sie berücksichtige auch die Anliegen der Bürgerinitiative und bringe für die Anwohner im südlichen Bereich von Unterkochen eine wesentliche Verbesserung der Wohnqualität.

Für die SPD-Fraktion erklärte Ortschaftsrätin Matzik, dass die neue angedachte Verkehrsführung gut gelungen wäre. Der Verkehrslärm werde insbesondere im Wohnbereich durch die Tieferlegung der Straße und durch die Anfüllung eines Walles erheblich reduziert.

Ortschaftsrat Starz hätte es gerne gesehen, dass der Verkehr am Ort, ähnlich wie in anderen Städten oder Gemeinden, vorbeigeleitet werde. Die vorgelegte Version zeige das Machbare auf. Bei dieser Planung gehe es um eine schnellere Anbindung an die A7 unter Berücksichtigung der Anwohner entlang rechts der Ebnater Steige bergaufwärts. Bei den Planungen müsse auch der Bereich der Heidenheimer Straße bis zum Bahnhof in die künftigen Überlegungen mit einbezogen werden.

Für die Freien Wähler regte Ortschaftsrat Thalheimer an, die Freifläche unterhalb des Kirchbergs zu überprüfen. An dieser Stelle könne noch ein Neubaugebiet entstehen.

Der Ortschaftsrat empfahl in seiner Vorberatung ,den Gestaltungsvorschlag des Planungsteams von Dr. Brenner / Prof. Ing. Baldauf / Logo Verde mehrheitlich weiter zu verfolgen. Für den Planungskorridor müsse noch ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die Bürgerschaft habe die Möglichkeit, sich über die Planungen über den Albaufstieg Unterkochen – Ebnat in einer Infoveranstaltung

am 10. Dezember 2009, 19.00 Uhr,
in der Festhalle Unterkochen,

näher zu informieren.

Herr Dr. Manfred Brenner wird hierbei eingehend die Planung erläutern. Hierzu können auch Fragen und Anregungen an den Planer und an die Verwaltung gestellt werden.



$(text:b:3. Vergabe der Landschaftsbauarbeiten für die Sanierung des Kinderspielplatzes Danziger Straße in Aalen-Unterkochen)$

Einstimmig billigte der Ortschaftsrat, die Sanierung des Kinderspielplatzes zwischen der Danziger Straße und der Waldstraße durchzuführen. Die Firma Schneider aus Rothenburg erhielt den Auftrag mit einer Gesamtsumme von 52.724,50 EUR.

$(text:b:4. Erneute Festlegung eines Standortes für den historischen Brunnen)$

Ortsvorsteher Maier und der Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes Kaufmann erklärten, dass der von Dr. Anton Fischer als Leihgabe zur Verfügung gestellte Brunnentrog mit Brunnensäule am vorgesehenen Standort beim Kanal am Bischof-Hefele-Weg nicht aufgestellt werden kann. Hierzu wäre der Aufwand erheblich groß. Im Rahmen von weiteren Untersuchungen habe die Verwaltung zusammen mit den Ortschaftsräten einen neuen Standort gefunden. Oberhalb des Wanderparkplatzes am Knöckling und unterhalb der früheren Jugendschanze wurde ein geeigneter Standort gefunden. Die Ortschaftsräte fanden nach kurzer Beratung diesen Standort für geeignet. Mehrheitlich stimmten die Räte für den neuen Standort. Das Wasser fließe ohne großen technischen Aufwand in die Brunnensäule und den Brunnentrog und dann wieder ab.

$(text:b:5. Genehmigung von Veranstaltungen im Rathaussaal)$

Der Ortschaftsrat billigte die zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2010. Die Veranstaltungen sind vorwiegend von der Bücherei, Kulturgemeinde, Fastnacht, Sitzungen des Ortschaftsrates und Ausstellungen.

(Text: Hubert Mahringer)
© Stadt Aalen, 09.12.2009

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